Jeder Tennisspieler kennt diese
Situation: Man schließt neue Bekanntschaften oder trifft alte
Freunde, man plaudert über dies und das und irgendwann folgt die
Feststellung: Wir spielen beide Tennis und könnten doch mal zusammen
spielen. Unvermeidbar kommt jetzt die Frage "wie gut spielst Du?"
Allerdings bewegt sich die Antwort oft im Unbestimmten und nicht wenige
müssen nach einem 6:0, 6:0 auf dem Platz die Erfahrung machen, dass
weder Sieger noch Verlierer großen Spaß an der Partie hatten.
Damit ist jetzt Schluss. Mit der Einführung des TeXX, dem deutschen
Tennisindex, stellt der Deutsche Tennis Bund ein einheitliches System
zur Bewertung der Spielstärke im Tennis zur Verfügung. Jeder Spieler
wird anhand seiner Spielstärke in ein Kategoriensystem zwischen 1 und 10
eingestuft. Dabei steht die 1 für Profis, die in der Weltklasse
mitspielen können und die 10 für Spieler, die eben erst begonnen haben,
Bälle über das Netz zu schlagen.
Auch wenn der TeXX auf Initiative des
Deutschen Tennis Bundes eingeführt wurde, er steht jedem zur Verfügung,
egal ob Vereinsmitglied oder nicht. Voraussetzung ist lediglich ein
Zugang zum Internet. Was dann folgt ist denkbar einfach.
Im ersten Schritt meldet man sich im
Internet an, erhält seine TeXX-ID-Nummer sowie Benutzernamen und Pin,
und nimmt dann seine eigene Ersteinstufung vor. Dies kann aufgrund der
Beschreibung der einzelnen Kategorien oder aufgrund eines
Online-Fragebogens geschehen. Wer auf Nummer sicher gehen
möchte, kann auch bei einem Tennistrainer einen standardisierten Test
durchführen, der daraufhin eine Einstufung vornimmt.
Hat man erst einmal seine ID-Nummer und
seinen ersten TeXX, kann es losgehen. Jetzt heißt es ganz einfach:
Spielen, spielen, spielen, denn jedes Match verändert den TeXX. Egal ob
im Einzel, im Doppel oder Mixed. Egal ob nach der Arbeit gegen den
besten Freund, in der Mannschaftsrunde oder beim Turnier. Egal ob im
Verein oder privat. Nach dem Match wird das Ergebnis im Internet
eingegeben. Dort hat jeder sein ganz persönliches Punkte-Konto. Für
jeden Sieg werden Punkte gutgeschrieben, bei Niederlagen werden sie
abgezogen. Dabei werden Siege höher bewertet als Niederlagen und
selbstverständlich bringt es mehr Punkte, gegen einen
besseren Spieler zu gewinnen, während eine Niederlage gegen einen
Besseren nicht so sehr schmerzt.
Sind genügend Punkte auf dem Konto,
springt der TeXX automatisch um eine Stufe nach oben und ab sofort geht
der Spieler mit einem neuen TeXX auf den Platz. Auch wenn man sich bei
der Ersteinstufung vertan hat - dieses System gewährleistet, dass der
TeXX innerhalb kürzester Zeit die echte Spielstärke widerspiegelt.
Die Chancen und Möglichkeiten des TeXX
sind vielfältig und verlockend. So wird es beispielsweise in Zukunft
deutlich leichter sein, gleichwertige Partner im Club, in der Region
oder im Urlaub zu finden, Trainer können homogeneren Gruppenunterricht
anbieten und dank der Datenerfassung im Internet kann jeder sehen, wie
er sich entwickelt hat, an welcher Position er im Club, in der Region
oder bundesweit steht oder wie er im Vergleich zu Freunden und Gegnern
abschneidet. Da das System an die Internationale Tennis Nummer der ITF
angelehnt ist, kann man seinen TeXX sogar im Ausland verwenden.
Wenn also in Zukunft wieder einmal die
Frage auftritt: "Wie gut spielst Du?" wird die Antwort denkbar einfach
sein und lediglich aus einer Zahl zwischen eins und zehn bestehen. Und
ist die Zahl des Partners nicht allzu weit entfernt, dürfen sich beide
auf ein spannendes Match und viel Spaß am Tennis freuen.